Interview mit ADAMS in Berlin am 04-04-2014


Dieses Interview hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass ihr beim Lesen auch so viel Freude habt wie wir. Die Jungs von ADAMS haben wirklich ganze Arbeit geleistet und sich alle Zeit genommen, die sie brauchten, um uns ausführliche Antworten zu geben. So macht unser Job gleich doppelt Spaß.

AnN: Wie kommt’s, dass ihr nach nur einem dreiviertel Jahr erneut nach Europa kommt – und dann mit einer so großen Tour?
Shota: Die letzte Tour war ja recht kurz. Wir wollten also möglichst zeitnah auch die Fans besuchen, die schon das letzte Mal auf uns gewartet haben. Zum Beispiel Polen, dort konnten wir damals nicht auftreten (Der Auftritt wurde abgesagt, Anm. d. Red.). Viele Fans haben also dort auf uns gewartet und wir wollten ihnen diesmal den Wunsch erfüllen. Die Tickets waren auch fast ausverkauft.

AnN: Ihr habt ja durch die vielen Konzerte sicherlich einen straffen Zeitplan. Wie verbringt ihr die Zeit im Tourbus bzw. eure Freizeit?
Adam: Im Auto besprechen wir unsere Auftritte miteinander. Und in unserer Freizeit ruhen wir uns aus, sammeln Kraft für den nächsten Auftritt und sprechen uns ab. Für Sightseeing haben wir leider keine Zeit. Wir würden ja gerne, aber es ist einfach keine Zeit zum Relaxen.

AnN: Macht ihr auch Sport oder tut etwas für eure Fitness?
Adam: Nein. Auch nicht Jogging oder so. Dafür ist einfach keine Zeit.

AnN: Was hat euch auf der bisherigen Tournee am meisten beeindruckt?
Shota: Definitiv Polen, das sehen wir beide so. (Adam nickt zustimmend) Wir konnten ja vorher nicht dort auftreten und als wir dieses Mal dort hingingen, erwarteten uns viele Fans. Natürlich werden wir uns immer gerne an die gesamte Tour erinnern und sie ist ja auch noch nicht beendet, aber Polen war dieses Mal schon etwas Besonderes.
Adam: Tschechien war auch toll, oder?
Shota: Ja, Tschechien auch. Und nach Russland werden wir ja auch noch gehen, darauf freuen wir uns auch ganz besonders. Mal schauen, wie das wird.


AnN: Was gefällt euch am Album 69 am besten und warum?
Adam: Carry. Shota hat zwar die Lyrics geschrieben, aber ich mag sie wirklich sehr. Ich würde mir wünschen, dass alle sie verstehen könnten.
Shota: White Caress. Das ist der Song auf diesem Album, wo ich die Gefühle und die Musik ausdrücken konnte, die ich wollte.

AnN: Habt ihr bei eurem aktuellen Album auch mit anderen Leuten zusammengearbeitet? Z.B. bei dem französischen Text in „Masquerade“? Habt ihr vor, mehrere Sprachen in euren kommenden Liedern zu integrieren?
Shota: Wir machen natürlich japanische Musik, wir sind ja schließlich Japaner (lacht). Diesmal sind wir aber auf einer Europa-Tournee und wir wollten den Fans hier erleichtern, sich mit unserer Musik zu identifizieren. Man soll denken: ‚Obwohl wir Japaner sind…“, ne. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen (lacht).

AnN: Ihr habt ja viele ausländische Fans, wie man bei der Tour sehen kann. Die meisten können sicherlich kein Japanisch. Habt ihr deswegen vielleicht vor, in Zukunft englische Übersetzungen zu euren Lyrics zu veröffentlichen?
Adam: Bei den jetzigen Songs wissen wir das noch nicht, aber in Zukunft haben wir vor, viel mehr auf Englisch herauszubringen.

AnN: Welcher Song auf diesem Album war eure größte Herausforderung und warum?
Shota: Eigentlich kein bestimmter Song. Aber wir wollten eine Brücke zwischen unserem Album „NEO SEXUAL“ und unserer jetzigen Musik schlagen. ADAMS war anfangs ja Dance-Musik, „69“ dagegen ist wie eine Bremse. Wir haben uns zwar verändert, gehen aber immer noch in die Dance/Visual Kei/Boys Love Richtung als unsere Konstante.

AnN: Meint ihr, dass ihr einen musikalischen Schwachpunkt habt, den ihr noch verbessern wollt?
Adam: Nein. Haben wir nicht (Total überzeugt wie aus der Pistole geschossen)

AnN: Eure Darstellung der homosexuellen Beziehung ist ja sehr gewagt. War es für euch schwierig, euch so offen auf der Bühne zu sein? Habt ihr Kriterien, was ihr macht und was nicht?
Shota: Nein, für uns ist das einfach. Wir passen uns den Regeln der einzelnen Länder an, unsere Show ist von Ort zu Ort unterschiedlich. In Europa gibt es keine Verbote. Fans, die uns erst auf CD gehört haben und dann auf unser Konzert kommen, sich fragen, wer wir sind, sollen von unserer Show betört werden.
Adam: Betört? (lacht). Wir möchten sie überraschen!
Shota: Wir wollen nichts Gewöhnliches machen. Wir möchten unsere Fans gerne mit unserer Show verblüffen, aber nicht vertreiben. Sie sollen nicht denken: ‚Das will ich nicht sehen!’ Das ist eine Gratwanderung. Aber wir selbst haben keine Regeln, was wir tun und was nicht.

AnN: Wie oft wurdet ihr schon gefragt, ob eure Beziehung real ist?
Shota: Seeeehr oft.

AnN: Und was ist eure häufigste Antwort?
Adam: Vielleicht. (lacht)

AnN: Gab es schon einmal unangenehme Situationen, z.B. bei Auftritten oder auf Facebook?
Adam: Ja, es gab einige Beschimpfungen und dumme Reaktionen. Aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen.

AnN: Zu eurem Video zu „Bittersweet“: Uns würde interessieren, wie lange es dauerte, die Farbe wieder abzubekommen? :D
Adam (lacht): Das war ein spezielles, unsichtbares Puder. Im Schwarzlicht sah das richtig toll farbig aus, aber bei Tageslicht sah man gar nichts mehr. Das war sehr praktisch.

AnN: Wenn ihr der Premierminister von Japan wärt, was wäre das erste, was ihr tun würdet?
Adam: Die Mehrwertsteuer wieder runtersetzen.
Shota: Den letzten Zug später fahren lassen. Die kommen ja immer zu früh… (In Tokyo fährt der letzte Zug gegen Mitternacht, der erste wieder gegen vier in der Früh. Anm. d. Red.)

AnN: Wie stellt ihr euch das Schlaraffenland vor?
Adam: Das wäre… ein Ort mit vielen, vielen Farben. Und Blumen! Ich mag Farben sehr.
Shota: Mein Schlaraffenland ist hier! (Er umarmt sein Bier und seinen Aschenbecher mit der Zigarette)

AnN: Shota, warum trägst du, aber auch viele andere VK-Künstler eine Sonnenbrille, obwohl es dunkel ist?
Shota: Sie steht mir gut (lacht). Und sie ist cool. Zur Hälfte gehört sie zum Kostüm, zur anderen Hälfte verbirgt sie meine Schüchternheit. Ich trage sie auch zum Schlafen. Und im Flugzeug.

AnN: Was war euer bisher peinlichstes Erlebnis?
(Die beiden lachen erstmal und grinsen auch weiterhin.)
Adam: Also, auf der Bühne trage ich keine Unterwäsche. Und einmal kam ein Fan mit ihren Händen sehr nahe an meinen Schritt und fasste mir direkt in die Hose. Das war mir verdammt peinlich!
Shota: Hmmm…Heute bei der Zugabe, da wollte ich laut „Thank you!“ ins Mikro brüllen, aber es war nicht angeschlossen.

AnN: Sammelt ihr etwas?
Adam: Ja, Schneekugeln! Ich brauche die, von jedem Land, wo ich auftrete, möchte ich eine haben. Aber wir finden einfach keine. Es gibt keine.
Shota: Ich sammle nichts. ... Ah! Doch! Ich sammle Aschenbecher, die ein gutes Design haben.

AnN: Nun zu einer Besonderheit in diesem Interview: Wir haben zwei Fragen von Fans ausgewählt, die wir euch gerne stellen würden.
1. Was war der wichtigste Moment in eurem Leben?
Adam: Dass ich Shota getroffen habe.
Shota: Dass ich jetzt mit Adam zusammen sein kann.

2. Wer von euch beiden hat mehr/den besseren Humor?
Shota: Adam ist immer gut drauf, er lacht immer. Aber ich mache immer irgendwelche Witze, irgendwelche seltsamen Sachen.

AnN: Habt ihr noch eine Message an eure Fans
Adam: Danke an alle Fans, die bisher auf unsere Konzerte gekommen sind. Habt auch weiterhin viel Spaß!
Shota: Danke, dass ihr das Interview auf Akataiyou no Nihon gelesen habt. Wenn man nicht selbst danach sucht, ist es sicher schwer, japanische Musik zu finden und AnN ist eine Brücke dafür. Danke, dass ihr also auf uns aufmerksam wurdet. Bitte bleibt uns auch weiterhin treu.

Vielen Dank für das wirklich spaßige und ausführliche Interview und vielen Dank, Shota, für dein Lob an uns. Da werden wir ja alle ganz rot! :)